Nach 1945
Es geht um das Schicksal der Menschheit
Die Broschüre Es geht um das Schicksal der Menschheit ist ein scharf formulierter politischer Grundsatztext, der den Kapitalismus nicht als ewige Ordnung, sondern als geschichtlich entstandenes und überwindbares System begreift. Peter Stuhl beschreibt seine gewaltige historische Dynamik, aber auch seine zerstörerischen Folgen: Krieg, Ausbeutung, Krisen und moralischen Verfall. Dem stellt er die Perspektive des Sozialismus entgegen. So wird die Schrift zu einer kämpferischen Analyse der Frage, ob die Menschheit in Barbarei versinkt oder ihre Zukunft bewußt und gesellschaftlich neu gestaltet.
Entnazifizierung in NdS
Die Broschüre „Entnazifizierung in Niedersachsen“ dokumentiert nicht nur einen Verwaltungsakt der Nachkriegszeit, sondern einen politischen Wendepunkt im westdeutschen Umgang mit dem Faschismus. Sie zeigt, wie die Entnazifizierung 1948 in Niedersachsen aus einem Anspruch auf Abrechnung zunehmend in ein Verfahren der Begrenzung, Aussortierung und Reintegration überführt wurde. Gerade darin liegt ihr historischer Kern: Nicht die vollständige Ausschaltung der alten faschistischen Eliten stand noch im Vordergrund, sondern die kontrollierte Sicherung des neuen westdeutschen Staatsaufbaus. Der Text macht sichtbar, wie früh die restaurativen Tendenzen der Nachkriegsordnung begannen, den Bruch mit dem Faschismus einzuhegen.
Der Klerikalismus im Angriff
Diese Broschüre ist ein scharf formulierter Eingriff in die politischen und weltanschaulichen Kämpfe der frühen Bundesrepublik. Dr. Dietrich Bronder beschreibt den Klerikalismus nicht als Randerscheinung, sondern als organisierte Macht, die nach Einfluß auf Staat, Schule, Familie, Medien und Wehrpolitik strebt. Der Text ist parteiisch, polemisch und deutlich antiklerikal, gerade deshalb aber eine aufschlußreiche Quelle. Er zeigt, mit welcher Schärfe in den fünfziger Jahren um Säkularität, demokratische Rechte und die Trennung von Kirche und Staat gerungen wurde.
Anpacken wir schaffen es! (SPD)
Die SPD-Broschüre „Anpacken wir schaffen es!“ ist ein aufschlußreiches Dokument der frühen Nachkriegszeit. Sie zeigt, wie die Sozialdemokratie den kommunalen Wiederaufbau in Niedersachsen als Beweis ihrer politischen Handlungsfähigkeit darstellt. Im Mittelpunkt stehen Wohnungsbau, Hilfe für Vertriebene, Kinder- und Jugendfürsorge sowie die Kritik an Preissteigerungen und bürgerlicher Wirtschaftspolitik. Die Schrift verbindet Leistungsbericht, Wahlaufruf und soziale Propaganda. Gerade dadurch macht sie sichtbar, wie eng soziale Not, kommunale Verwaltung und politischer Kampf in den Jahren nach 1945 miteinander verbunden waren.
Die Deutsche Frage
Die Broschüre Die deutsche Frage von draußen und drinnen gesehen ist ein scharfer Beitrag der frühen Nachkriegszeit zur Frage, welche Kräfte Deutschland in Krieg, Militarismus und faschistische Barbarei getrieben haben. Im Zentrum steht Friedrich Wilhelm Foersters Warnung vor der Illusion, ein bloßer politischer Neubeginn könne die alten Machtverhältnisse beseitigen. Der Text macht deutlich, dass die deutsche Katastrophe aus einer langen Entwicklung von Obrigkeitsstaat, Nationalismus und der Herrschaft der alten Eliten hervorging. Gerade darin liegt seine bleibende Bedeutung für die antifaschistische und politische Auseinandersetzung.
Amtsblatt der Militärregierung
Das Amtsblatt der Militärregierung Deutschland, Britisches Kontrollgebiet Nr. 15 zeigt mit seltener Deutlichkeit, wie die britische Besatzungsmacht nach 1945 die politischen, juristischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Westdeutschland neu ordnete. Hinter dem trockenen Ton von Verordnungen, Zuständigkeiten und Haushaltsregeln erscheint die wirkliche Machtstruktur der Nachkriegszeit: deutsche Behörden handelten nur unter Vorbehalt, während die entscheidenden Hebel bei der Militärregierung lagen. Gerade deshalb ist dieses Dokument mehr als ein Verwaltungsheft. Es ist ein aufschlussreiches Zeugnis dafür, wie tief die westdeutsche Nachkriegsordnung von alliierter Kontrolle, administrativer Lenkung und eingeschränkter Souveränität geprägt war.
Wer hilft wem
Diese Broschüre aus dem Jahr 1947 ist mehr als ein zeitgeschichtisches Dokument. Sie ist eine scharfe Abrechnung mit jener Politik, die Deutschland nach der Zerschlagung des Faschismus nicht zu Frieden und demokratischer Erneuerung führen wollte, sondern in neue Abhängigkeit, Spaltung und kapitalistische Neuordnung. Ernst Krüger zeigt, dass die Frage, wer Deutschland hilft, niemals neutral ist. Hilfe im Interesse des Volkes stärkt Einheit, Mitbestimmung und Wiederaufbau. Hilfe im Interesse des Kapitals sichert Macht, Einfluss und Unterwerfung. Darin liegt die politische Sprengkraft dieser Schrift bis heute.
Max Reimann Rede vor dem Bundestag 4.12 1952
Max Reimanns Rede vom 4. Dezember 1952 ist ein scharfes politisches Dokument gegen den Generalvertrag, die Remilitarisierung Westdeutschlands und die Unterwerfung der Bundesrepublik unter den westlichen Imperialismus. Reimann zeigt mit großer Klarheit, dass Adenauers Politik nicht dem Frieden, nicht der deutschen Einheit und nicht der demokratischen Selbstbestimmung diente, sondern der Einbindung Westdeutschlands in den Kriegskurs der USA. Die Rede entlarvt die Losungen von Souveränität und Gleichberechtigung als Täuschung und benennt den wirklichen Inhalt des Vertrages: Aufrüstung, Spaltung, Fremdherrschaft und die Herrschaft des Monopolkapitals.
Fort mit dem KPD Verbot
Mit „Fort mit dem KPD-Verbot“ liegt eine scharfe politische Kampfschrift gegen den antikommunistischen Klassenstaat der frühen Bundesrepublik vor. Die Broschüre begreift das geplante Verbot der KPD nicht als bloße Rechtsfrage, sondern als Werkzeug der herrschenden Monopolbourgeoisie zur Ausschaltung der entschiedensten Kraft gegen Aufrüstung, Kriegspolitik und demokratischen Widerstand. Sie zeigt, wie Antikommunismus, Staatsumbau und Repression im Dienste des westdeutschen Imperialismus zusammenwirkten. Gerade darin liegt ihr Wert als Zeitdokument: Sie macht den Verbotskurs als Teil der restaurativen Klassenherrschaft nach 1945 sichtbar.
Goebbels Journalisten in Bonner Diensten
Die Broschüre „Goebbels Journalisten in Bonner Diensten“ ist eine scharfe politische Anklage gegen die westdeutsche Presseordnung der frühen sechziger Jahre. Sie will nachweisen, dass führende Journalisten, Verleger und Staatsfunktionäre der Bundesrepublik personell und ideologisch aus dem Apparat des Faschismus hervorgingen. Anhand von Namen, Zitaten und Karrieren zeigt die Dokumentation, wie alte Propagandisten des Dritten Reiches im Bonner Staat erneut Einfluss auf Presse, Rundfunk und politische Meinung gewannen. Der Text versteht sich damit als Warnung vor Militarismus, Revanchismus und antikommunistischer Hetze im Zeichen des Kalten Krieges.
Gestapo und SS Führer kommandieren Westdeutsche Polizei
Diese Broschüre ist mehr als eine historische Dokumentation. Sie ist eine politische Anklage gegen die Klassenherrschaft in Westdeutschland, die sich nach 1945 auf alte Gestapo-, SS- und Polizeikader stützte, um ihren Repressionsapparat rasch wieder aufzubauen. Anhand zahlreicher Namen, Funktionen und Einsatzorte zeigt die Schrift, dass es sich nicht um zufällige Einzelfälle, sondern um eine systematische personelle Kontinuität handelt. So entlarvt sie den westdeutschen Staat als Instrument von Monopolkapital, Militarismus und Notstandspolitik, das für den Kampf gegen Opposition und Arbeiterbewegung auf bewährte faschistische Kräfte zurückgriff.
Notdienstgesetz für Frauen - Nein
Notdienstgesetz für Frauen - Nein ist ein aufrüttelndes Dokument des politischen Widerstands gegen die Notstands- und Aufrüstungspolitik der frühen Bundesrepublik. Die Broschüre zeigt, daß der geplante Notdienst nicht dem Schutz der Bevölkerung dienen sollte, sondern der staatlichen Erfassung, Disziplinierung und Kriegsvorbereitung. Im Mittelpunkt steht die Warnung vor Zwangsdienst, Grundrechtsabbau und der Einbeziehung von Frauen in den militärisch geprägten Notstandsapparat. Damit ist der Text zugleich ein entschiedener Aufruf zu Aufklärung, Protest und organisiertem Widerstand.
nun Notstand für alle
Horst Bethges Broschüre Erst Wohlstand für alle – nun Notstand für alle? ist ein frühes Kampfdokument gegen die Formierung des westdeutschen Klassenstaats. Der Text legt offen, wie Notstandsgesetze, Aufrüstung, Luftschutz, Zivildienst und der Abbau von Grundrechten nicht dem Schutz der Bevölkerung dienen, sondern der Sicherung kapitalistischer Herrschaft in der Krise. Bethge zeigt, daß der Ausnahmezustand als Mittel vorbereitet wird, um Arbeiterbewegung, politische Opposition und jede friedensorientierte Entwicklung niederzuhalten. Gerade darin liegt die Schärfe und politische Aktualität dieser Schrift.
Zur Deutschlandfrage
Zur Deutschlandfrage ist ein scharfes politisches Zeitdokument aus dem Jahr 1961. Die Broschüre greift die westdeutsche Deutschlandpolitik unter Adenauer frontal an und stellt ihr ein Programm von Friedensvertrag, Abrüstung, Neutralität und Verhandlungen zwischen Bundesrepublik und DDR entgegen. Renate Riemeck und Arno Behrisch verstehen die deutsche Frage nicht als Problem militärischer Stärke, sondern als Frage von Frieden, historischer Verantwortung und politischer Verständigung. So wird der Text zu einem klaren Plädoyer gegen Atomrüstung, Kalten Krieg und nationale Selbsttäuschung.
Zur Neuen Lage in Deutschland
Walter Ulbrichts „Zur Neuen Lage in Deutschland“ ist eine zentrale Stellungnahme der DDR-Führung unmittelbar nach dem 13. August 1961. Der Text rechtfertigt den antifaschistischen Schutzwall nicht als bloße Verwaltungsmaßnahme, sondern als entschlossenen Schritt gegen Militarismus, Revanchismus und die aggressive Politik des westdeutschen Imperialismus. Zugleich macht die Broschüre deutlich, wie die SED die neue Lage verstand: als Zuspitzung des Klassenkampfs, als Verteidigung des sozialistischen Staates und als Beitrag zur Sicherung des Friedens gegen die Kriegspläne der Bonner und westlichen Machtblöcke. Die Broschüre ist damit ein prägnantes Dokument des politischen Selbstverständnisses der DDR in der frühen Phase des antifaschistischen Schutzwalls.
Die Konferenz von Jalta 1945
Die Broschüre Die Konferenz von Jalta 1945 und ihre Bedeutung in der Gegenwart ordnet die Beratungen der alliierten Hauptmächte im Februar 1945 als welthistorischen Einschnitt ein. Im Zentrum steht der Versuch, nach der Zerschlagung des deutschen Faschismus eine antifaschistische Friedensordnung zu schaffen und dem imperialistischen Kriegssystem den Boden zu entziehen. Die Schrift behandelt die politischen Beschlüsse von Jalta, ihre Wirkung auf Europa und den späteren ideologischen Kampf um ihre Deutung. Sie macht deutlich, daß die Auseinandersetzung um Jalta nicht nur historische Erinnerung betrifft, sondern den Konflikt zwischen Friedenspolitik und imperialistischer Konfrontation bis in die Gegenwart hinein spiegelt.