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Wenn der Sport für den Krieg marschiert
Sport erscheint gern als scheinbar neutrale Sphäre jenseits von Politik und Krieg. Doch historisch ist er eng mit den Herrschaftsverhältnissen der jeweiligen Gesellschaftsordnung verflochten. Körperliche Leistung wurde immer wieder in den Dienst von Militarisierung, nationaler Disziplinierung, imperialer Konkurrenz und ideologischer Stabilisierung gestellt – von der Wehrertüchtigung über Berlin 1936 bis zum heutigen Militär- und Hochleistungssport im globalen Kapitalismus. Zugleich zeigt sich: Sport ist kein einheitliches Herrschaftsinstrument, sondern auch ein umkämpftes Feld, das von antifaschistischen, antikolonialen und emanzipatorischen Bewegungen gegen seine Vereinnahmung genutzt wurde. Entscheidend ist daher nicht die Illusion seiner Neutralität, sondern die Klassenfrage: Wer kontrolliert die Institutionen des Sports, wessen Interessen werden durch ihn organisiert – und wer trägt die materiellen und politischen Kosten seiner Funktion im System der Macht?
Wahlen im Schatten der Aufrüstung
Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist mehr als ein regionales Kräftemessen. In ihr verdichten sich soziale Unsicherheit, die politische Entfremdung im Osten und der Aufstieg einer Rechten, die sich als Friedenskraft inszeniert, zugleich aber Aufrüstung und deutschen Großmachtanspruch unterstützt. Der Artikel zeigt, weshalb weder die etablierten Parteien noch die AfD mit Militarisierung und Kapitalherrschaft brechen. Er legt die Interessen hinter Rüstungsprofiten, Staatsmacht und imperialistischer Konkurrenz frei und fragt nach einer Alternative, die nicht zwischen zwei Formen des Militarismus wählt, sondern Frieden, soziale Gleichheit und die Macht der arbeitenden Bevölkerung ins Zentrum stellt.
Von der GESTAPO zum bundesdeutschen Geheimdienst
Die Geschichte der bundesdeutschen Geheimdienste ist nur im Zusammenhang mit den materiellen Klassenverhältnissen, den Machtinteressen des Kapitals und den personellen wie institutionellen Kontinuitäten des alten Staatsapparates nach 1945 zu begreifen. Die formale Trennung von Nachrichtendienst und Polizei sollte nach dem Zusammenbruch des Faschismus verhindern, dass erneut ein konzentrierter Repressionsapparat aus geheimer Überwachung und direkter Zwangsgewalt entsteht. In der Realität jedoch wurden alte Kader aus Wehrmacht, Gestapo und SS im Kontext des antikommunistischen Klassenkampfes des Kalten Krieges wieder in neue Strukturen integriert und funktional verwertet. Die ideologische Frontstellung gegen die Arbeiterbewegung und sozialistische Kräfte bildete dabei die materielle Klammer für Kontinuität statt Bruch. Immer neue Befugniserweiterungen zeigen, dass der bürgerliche Staat seine Repressionsapparate nicht abbaut, sondern entsprechend der Anforderungen imperialistischer Konkurrenz und innerer Stabilisierung ausbaut. Die geplante Reform des Nachrichtendienstrechts verschärft diese Entwicklung weiter und macht deutlich, dass der Staat dort seine Macht konzentriert, wo demokratische Kontrolle strukturell am schwächsten ist und wo die Interessen der herrschenden Klasse am unmittelbarsten abgesichert werden sollen.
Wie Gorbatschow unsere Zukunft verzockt hat
Der August 1991 markierte den entscheidenden Bruch in der Geschichte der Sowjetunion. Der gescheiterte Versuch des Staatlichen Komitees für den Ausnahmezustand, den Zerfall der Union aufzuhalten, zeigte nicht nur die politische Lähmung der alten Parteibürokratie, sondern vor allem den offenen Zerfall ihrer historischen Klassenbasis. Aus der Krise der zentralen Staatsmacht traten neue Fraktionen der Bürokratie hervor, die den Übergang zur kapitalistischen Restauration vorbereiteten. Während Gorbatschow weiter an Einfluss verlor, nutzte Jelzin die Situation, um im Interesse der entstehenden russischen Kapitalfraktionen die Staatsmacht neu zu formieren und die Auflösung der Union voranzutreiben. Hinter dem dramatischen Machtkampf stand damit die entscheidende Frage der Epoche: Welche Teile der herrschenden Schicht würden die Enteignung der Arbeiterklasse vollenden, sich das gesellschaftliche Eigentum aneignen und die Kosten der kapitalistischen Umwälzung auf die arbeitende Bevölkerung abwälzen?
Zum 82. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann
Am 18. August 1944 wurde Ernst Thälmann im Konzentrationslager Buchenwald von der SS ermordet. Mehr als elf Jahre hatte der NS-Staat den Vorsitzenden der KPD eingesperrt, isoliert und misshandelt, bevor der Mordbefehl aus der Spitze des Regimes vollstreckt wurde. Sein Tod steht für die brutale Vernichtung politischer Gegner durch den Faschismus, doch auch für die Geschichte einer gespaltenen Arbeiterbewegung. Der Artikel zeichnet Thälmanns Weg vom Hamburger Arbeiter zum kommunistischen Parteiführer nach, beleuchtet seine politischen Widersprüche und fragt, was sein Vermächtnis heute für antifaschistische Erinnerung und gesellschaftliche Auseinandersetzung bedeutet.
65 Jahre antifaschistischer Schutzwall
65 Jahre nach dem 13. August 1961 ist der Streit um die Berliner Grenzsicherung nicht beendet. Während die offizielle Erinnerungspolitik vor allem von „Mauerbau“, Teilung und Repression spricht, geraten die internationale Kriegsgefahr, die Systemkonfrontation und die Existenzbedingungen der DDR häufig aus dem Blick. Dieser Artikel ordnet die Ereignisse in ihren historischen Zusammenhang ein: zwischen westlicher Einflussnahme, wirtschaftlichem Aderlass, antifaschistischem Selbstverständnis und sozialistischer Staatsräson. Zugleich fragt er, was die damalige Friedensfrage angesichts neuer Aufrüstung und wachsender Großmachtkonflikte heute bedeutet.
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