Broschüren der Roten Hilfe –
Dokumente des Klassenkampfes und der proletarischen Solidarität
Die hier versammelten Broschüren, Schriften und Dokumente der Roten Hilfe geben einen unmittelbaren Einblick in die verschärften Klassenkämpfe der 1920er und frühen 1930er Jahre. Sie dokumentieren nicht „neutral“ gesellschaftliche Auseinandersetzungen, sondern die konkrete Praxis der bürgerlichen Klassenherrschaft: politische Prozesse gegen Arbeiterinnen und Arbeiter, revolutionäre Aktivistinnen und Aktivisten, systematische Verfolgung, Haft und Polizeigewalt als Mittel zur Sicherung der kapitalistischen Ordnung. Dem gegenüber stehen die Versuche der organisierten Arbeiterbewegung, durch Solidarität, gegenseitige Unterstützung und kollektiven Widerstand der Repression entgegenzutreten.
Die Sammlung macht sichtbar, mit welchen zentralen Fragen sich die Rote Hilfe als Teil der revolutionären Arbeiterbewegung beschäftigte. Im Mittelpunkt stehen die Auseinandersetzungen vor Gericht, die Entlarvung der bürgerlichen Klassenjustiz, die Analyse von Justizmord und Justizapparat als Instrumente der Herrschaftssicherung sowie Schriften zur politischen Agitation im Kampf gegen Kapital und Staat. Ebenso dokumentiert sind die Mechanismen offener und verdeckter Repressionen sowie die Lebens- und Haftbedingungen politischer Gefangener, die als Konsequenz ihres Widerstands gegen Ausbeutung und Unterdrückung verfolgt wurden. Die Materialien zeigen deutlich, wie eng juristische Intervention, politische Aufklärung und organisierte Solidaritätsarbeit miteinander verbunden waren – nicht als Reform innerhalb des Systems, sondern als Teil des Kampfes gegen es.
Weitere Teile der Sammlung richten den Blick auf die sozialen Auswirkungen der Klassenherrschaft. Die Rubriken Kinder und Frauen machen sichtbar, wie Repression nicht nur einzelne Aktivistinnen und Aktivisten traf, sondern ganze Arbeiterfamilien, deren Lebensgrundlagen durch Verhaftung, Berufsverbote und politische Verfolgung zerstört wurden. Unter Personen werden revolutionäre Kämpferinnen und Kämpfer sowie ihre Erfahrungen im Widerstand gegen Staat und Kapital greifbar, während die Berichte zeitgenössische Kämpfe, Streiks, Prozesse und Solidaritätsaktionen aus der Perspektive der Bewegung festhalten.
Die Unterverzeichnisse ermöglichen es, diese umfangreiche Sammlung systematisch im Sinne der Klassenanalyse zu erschließen:

zu den Broschüren:
Die Dokumente sind historische Quellen ihrer Zeit und zugleich Ausdruck der ideologischen und politischen Frontstellungen des Klassenkampfes. Sprache, Begriffe und Bewertungen spiegeln die damaligen Kämpfe zwischen revolutionärer Arbeiterbewegung und bürgerlichem Staat wider. Gerade deshalb sind sie nicht nur historische Zeugnisse, sondern Materialien zur Analyse der Funktionsweise von Klassenherrschaft, Repression und ideologischer Kontrolle.
Geschichte erscheint hier nicht als neutrale Erzählung – sondern als Dokumentation des Kampfes zwischen Ausbeutung und Widerstand, zwischen bürgerlicher Herrschaft und proletarischer Gegenwehr.
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