Wie verhalte ich mich bei Haussuchung u. Verhaftung
Diese Broschüre entstand in einer Zeit verschärfter politischer Verfolgung der Arbeiterbewegung. Polizei, Gefängnisse und Gerichte traten offen als Instrumente der herrschenden Klasse auf, um Organisationen zu zerschlagen und Aktivisten einzuschüchtern. Die Rote Hilfe entwickelte deshalb praktische Leitfäden, damit Arbeiter und politische Kämpfer der Repression nicht wehrlos gegenüberstehen. Der Text verbindet juristische Hinweise mit politischer Klarheit: Wer den Klassencharakter von Staat und Justiz erkennt, kann ruhiger handeln, Fehler vermeiden und solidarisch Widerstand leisten. Die Broschüre ist damit zugleich Anleitung zur Selbstverteidigung und Ausdruck organisierter Solidarität.
der Reichtagsbrabdprozeß
Der Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 markiert einen Wendepunkt der deutschen Geschichte. Unter dem Vorwand eines angeblichen kommunistischen Aufstands errichtete das faschistische Regime binnen Stunden einen Terrorapparat gegen die organisierte Arbeiterbewegung. Die Broschüre „…und die Schuldigen regieren weiter – Der Reichstagsbrand‑Prozeß“ dokumentiert diesen politischen Justizskandal und zeigt, wie der Leipziger Prozeß zur Bühne eines internationalen Kampfes um Wahrheit wurde. Besonders Georgi Dimitroff entlarvte im Gerichtssaal die Lügen der Anklage und verwandelte die Verteidigung in eine Anklage gegen das faschistische System. Der Text erinnert daran, daß hinter der juristischen Inszenierung ein Ziel stand: die Zerschlagung der Arbeiterbewegung und die Festigung der faschistischen Macht.
Sondergerichte gegen Betriebsarbeiter
Die Broschüre „Streik vor dem Sondergericht“ von Theodor Balk ist ein eindringliches Dokument der Klassenkämpfe in der Endphase der Weimarer Republik. Sie zeigt, wie der bürgerliche Staat in der ökonomischen Krise seine wahre Funktion offenlegt: als Schutzmacht des Kapitals gegen die kämpfende Arbeiterklasse. Anhand von Streiks, Prozessen und Polizeigewalt wird sichtbar, wie Sondergerichte, Notverordnungen und Repression eingesetzt werden, um Widerstand zu brechen. Der Text macht deutlich: Klassenjustiz ist kein Ausnahmezustand, sondern ein wesentliches Instrument kapitalistischer Herrschaft.
Schnellgericht
Die Broschüre „Deine Verteidigung vor dem Schnellgericht“ entstand in einer Zeit verschärfter Klassenkämpfe am Ende der Weimarer Republik. Unter dem Druck der Wirtschaftskrise griff der Staat immer offener zu Instrumenten beschleunigter Repression, um Demonstrationen, Streiks und politische Opposition zu zerschlagen. Das Schnellgericht war dabei kein neutraler Bestandteil der Rechtspflege, sondern ein Werkzeug der Klassenherrschaft. Der folgende Artikel fasst Inhalt und Argumentation der Schrift zusammen und zeigt, wie sie die bürgerliche Justiz als Mittel sozialer Disziplinierung entlarvt und zur organisierten Gegenwehr aufruft.
Herr Jürgens
Der Fall Jürgens ist mehr als die Geschichte eines korrupten Richters. Er zeigt in konzentrierter Form den Charakter der bürgerlichen Klassenjustiz der Weimarer Republik. Während revolutionäre Arbeiter verfolgt, eingesperrt und durch politische Prozesse zermürbt werden, schützt derselbe Staatsapparat seine eigenen Funktionäre – selbst dann, wenn deren kriminelle Machenschaften offen zutage treten. Die Figur des Untersuchungsrichters Jürgens steht daher nicht für einen Einzelfall, sondern für ein System. Die vorliegende Darstellung macht sichtbar, wie Justiz, Polizei und politische Macht zusammenwirken, um die Arbeiterbewegung zu bekämpfen und die Herrschaft der Bourgeoisie zu sichern.
Eine königliche Republik
Die Broschüre „Eine königliche Republik“ dokumentiert einen politischen Prozess aus dem Jahr 1923, der beispielhaft zeigt, wie der bürgerliche Staat gegen radikale Kritik vorgeht. Vor dem Berliner Landgericht steht der antimilitaristische Publizist Ernst Friedrich, weil er es wagt, die Republik als das zu benennen, was sie für Millionen Arbeiter tatsächlich bedeutet: Fortsetzung der alten Klassenherrschaft unter neuem Namen. Der Prozess macht sichtbar, dass die Weimarer Republik nicht über den Klassen steht. Polizei, Justiz und Gesetz dienen dem Schutz der bestehenden Eigentumsordnung. Friedrich nutzt den Gerichtssaal daher nicht zur Verteidigung, sondern als Tribüne für eine Anklage gegen Ausbeutung, Militarismus und die Heuchelei der bürgerlichen Demokratie.
Das Tribunal der Republik
Diese Broschüre legt offen, wie der Staatsgerichtshof „zum Schutze der Republik“ in Wahrheit das Kapital schützt. Unter dem Deckmantel von Gesetz und Ordnung werden Arbeiter, Soldaten und Kommunisten als „Hochverräter“ vorgeführt, während Putschisten, Freikorps und völkische Mordbünde geschont werden. Das Tribunal dient der Disziplinierung in der Krise: Zuchthaus statt Brot, Ausnahmegerichte statt Demokratie. Wer diese Seiten liest, erkennt den Klassencharakter der Justiz – und die Notwendigkeit organisierter Solidarität.
Das Problem des Klassenrechts und der Klassenjustiz
Dieses Stück ist eine kurze Einleitung zu Stutschkas Angriff auf die bürgerliche Rechtslegende. Wer vom „neutralen Recht“ spricht, verschleiert die Klassenherrschaft, die in Gesetz, Gericht und Polizei steckt. Stutschka zeigt: Das Recht der Kapitalisten schützt Eigentum und Ausbeutung und nennt das „Ordnung“. Darum braucht die Arbeiterbewegung keine Rechtsstaatsromantik, sondern Klarheit über den Klassenstaat und seine Justiz. Die folgenden Abschnitte fassen die Argumentation kapitelweise zusammen und machen sie für Agitation und Bildung nutzbar. Damit wird sichtbar, warum Befreiung nicht durch bessere Paragraphen, sondern durch Bruch und Machtwechsel entsteht.
Deutsche Sondergerichtsbarkeit 1918 - 1921
Die Jahre nach der Novemberrevolution waren von heftigen Klassenkämpfen geprägt. Während Arbeiter und Soldaten für eine grundlegende gesellschaftliche Umwälzung kämpften, stabilisierte sich der bürgerliche Staat mit neuen Mitteln der Repression. Sondergerichte, Standrecht und Ausnahmeverordnungen wurden zu juristischen Waffen gegen die revolutionäre Bewegung. Felix Halle zeigt in seiner Untersuchung, dass diese Maßnahmen keine zufälligen Notlösungen waren, sondern Teil einer systematischen Strategie der Konterrevolution. Die folgende Darstellung macht sichtbar, wie Recht und Justiz eingesetzt wurden, um die Macht des Kapitals zu sichern und den revolutionären Aufbruch der Jahre 1918 bis 1921 zu brechen.
Die politischen Flüchtlinge und das Asylrecht
Die Frage des Asyls ist keine humanitäre Randerscheinung, sondern Teil des internationalen Klassenkampfes. Felix Halle zeigt in seiner Rede von 1925, dass politisches Asyl im Kapitalismus niemals neutral ist. Hinter juristischen Formeln stehen stets die Interessen der herrschenden Klasse. Während bürgerliche Staaten ihre Gegner über Grenzen hinweg verfolgen, bleibt der Schutz politischer Flüchtlinge ein Ergebnis von Solidarität, Organisation und politischem Druck. Diese Analyse macht deutlich: Das Asylrecht ist kein Geschenk der Mächtigen, sondern ein umkämpftes Terrain, auf dem sich die Kräfteverhältnisse zwischen Reaktion und Arbeiterbewegung widerspiegeln.
Der Proletarier als Schöffe und Geschworener
Die bürgerliche Justiz gibt sich den Anschein von Neutralität und Gesetzestreue. In Wahrheit ist sie Teil des staatlichen Machtapparates, der die Eigentumsordnung des Kapitalismus schützt. Gerichte, Gesetze und Strafen dienen nicht der Gerechtigkeit, sondern der Aufrechterhaltung der Klassenherrschaft der Bourgeoisie. Die Schrift „Der Proletarier als Schöffe und Geschworener“ legt diesen Zusammenhang offen. Sie zeigt, dass der Arbeiter im Gerichtssaal vor einem unauflöslichen Widerspruch steht: Entweder er folgt der Logik der Klassenjustiz und richtet gegen die eigene Klasse – oder er erkennt den Charakter des Systems und stellt sich auf die Seite des Klassenkampfes.
Das neuen Strafgesetzbuch
Der Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches von 1927 wird als „Modernisierung“ ausgegeben, doch er schärft das Strafrecht zur Keule der Bourgeoisie. Unter dem Deckmantel des „Staatsschutzes“ sollen die Organe der Arbeiterklasse – Partei, Gewerkschaft, Presse, Versammlung, Streik – kriminalisiert, zerschlagen, eingeschüchtert werden. Dehnbare Tatbestände und Nebenstrafen geben der Klassenjustiz freie Hand, jeden Schritt der Gegenmacht zu treffen. Was in Deutschland vorbereitet wird, ist zugleich Warnung für Österreich: Der bürgerliche Staat rüstet juristisch gegen die Revolution. Diese Schrift entlarvt das Manöver und ruft zur organisierten Gegenwehr auf.
1 Jahr Klassenjustiz
Mit „Ein Jahr Klassenjustiz und Rote Hilfe“ liegt ein scharfes Dokument des Klassenkampfes in der Weimarer Republik vor. Die Broschüre macht deutlich, dass Justiz, Polizei und Gefängnisse keine neutralen Organe waren, sondern Werkzeuge der herrschenden Klasse im Kampf gegen das revolutionäre Proletariat. Während Arbeiter verfolgt, eingekerkert und zerschlagen wurden, konnten rechte und reaktionäre Kräfte auf Schonung und Rückendeckung zählen. Zugleich zeigt der Text die Rote Hilfe als organisierte proletarische Solidarität gegen Terror, Elend und politische Verfolgung. Er ist Anklage, Kampfschrift und Aufruf zum entschlossenen Widerstand.
Anklage gegen Justiz und Polizei
Diese Broschüre ist eine Anklage gegen den bürgerlichen Klassenstaat: Justiz und Polizei dienen nicht dem Recht, sondern dem Schutz von Eigentum, Profit und Herrschaft. Felix Halle belegt mit Akten, Verboten, Urteilen und Beschlagnahmen, wie die Weimarer Behörden die Rote Hilfe Deutschlands als proletarische Solidarorganisation verfolgen, um politische Gefangene zu isolieren und ihre Familien zu zermürben. Angegriffen werden Sammlungen, Veranstaltungen und Druckschriften – die materielle Basis der Gegenwehr. Der Anhang mit Stimmen aus Kunst und Wissenschaft verstärkt die Anklage und ruft zur organisierten Solidarität auf.
Bürgerlicher Staat - Klassenjustiz und Proletariat
Dieser Leitfaden der Roten Hilfe Deutschlands aus dem Jahr 1927 ist kein juristisches Handbuch, sondern eine Kampfschrift gegen die bürgerliche Klassenjustiz. Er zeigt, wie Gerichte, Polizei und Gefängnisse als Teil des staatlichen Unterdrückungsapparats das Privateigentum und die Macht der Bourgeoisie schützen. Zugleich sammelt er Erfahrungen aus politischer Gefangenschaft und stellt der Heuchelei der „Neutralität“ den offenen Klassenstandpunkt des Proletariats entgegen. Mit dem Blick auf die Sowjetunion diskutiert er proletarische Justiz als Übergangsmittel im Kampf um die Abschaffung von Ausbeutung – und letztlich um das Absterben von Staat und Strafe.
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