Kultur
Erich Weinert die fatale letzte Patrone
Die Broschüre Die fatale letzte Patrone versammelt literarische, essayistische und kulturpolitische Beiträge aus dem antifaschistischen Exil. Sie zeigt den Faschismus nicht nur als militärisches Verbrechersystem, sondern auch als Zerstörer von Kultur, Sprache und Menschlichkeit. Gedichte, Erzählungen und Aufsätze greifen Niederlagen der Wehrmacht, die Lügen der Propaganda, die Verfolgung der Kunst und die Hoffnung auf ein befreites Deutschland auf. So entsteht ein geschlossenes Bild des Exils als kämpferischer Gegenöffentlichkeit, die politische Aufklärung, kulturelle Verteidigung und den Blick auf eine andere Zukunft verbindet.
Der Igel
Theodor Pliviers Der Igel ist eine knappe, scharf gezeichnete Erzählung über eine deutsche Frontstellung in einem zerstörten sowjetischen Dorf. Der Text zeigt nicht Krieg als Heldengeschichte, sondern als Wirklichkeit aus Besatzung, Mord, Hunger, Kälte und innerem Verfall. In den Erinnerungen der Dorfbewohner, in den Briefen der Soldaten und im heranrückenden Partisanenkampf verdichtet sich das Bild eines Systems, das alles verwüstet, was es berührt. Der sogenannte „Igel“ erscheint dabei als letzter, krampfhafter Schutzbau einer Armee, die nicht Zukunft schafft, sondern Untergang hinterlässt.
Das neue Wort
Das neue Wort. Zeitschrift für politische, soziale und kulturelle Neugestaltung ist ein prägnantes Dokument der frühen Nachkriegszeit und zugleich Ausdruck der ideologischen Kämpfe um die geistige Neuordnung Deutschlands. Die Ausgabe verbindet literarische, kulturpolitische und politische Beiträge zu einem geschlossenen Bild jener Jahre, in denen nach der Zerschlagung des Faschismus um Deutungshoheit, kulturelles Erbe und gesellschaftliche Perspektive gerungen wurde. Im Zentrum stehen das Goethe-Jahr 1949, die Frage nach dem klassischen Erbe sowie aktuelle Konflikte um Demokratie, Wirtschaft und Macht. So erscheint das Heft als Zeugnis einer Epoche, in der Kultur und Politik untrennbar miteinander verbunden sind.
Roland von Berlin
Roland von Berlin ist ein aufschlussreiches Zeugnis der Berliner Nachkriegszeit. Das Heft aus dem Juni 1947 verbindet politische Beobachtung, Satire, Gedichte, Theater- und Filmkritik sowie internationale Kulturberichte zu einem dichten Bild einer Stadt im Übergang. Zwischen materieller Not, politischer Unsicherheit und kulturellem Neubeginn zeigt sich Berlin als widersprüchlicher Raum, in dem sich Alltag, Geist und Geschichte unauflöslich verschränken. Die folgende Inhaltsangabe arbeitet die einzelnen Beiträge des Heftes präzise heraus und macht sichtbar, wie diese Wochenschrift den Zustand der Zeit in literarischer, journalistischer und kulturpolitischer Form spiegelt.
Das Hexen Einmaleins
Michael Claus untersucht in Das Hexen-Einmaleins. Eine Auseinandersetzung mit dem Antikommunismus den Antikommunismus der frühen Bundesrepublik als politisches Herrschaftsmittel. Die Broschüre zeigt, wie mit der Beschwörung einer kommunistischen Bedrohung Aufrüstung, demokratische Einschränkungen und die Ausgrenzung oppositioneller Kräfte gerechtfertigt wurden. Zugleich ordnet sie diese Ideologie historisch ein und verfolgt ihre Rolle von der Weimarer Republik über den Faschismus bis in die Nachkriegszeit. So erscheint der Antikommunismus nicht als Schutz der Freiheit, sondern als Gefahr für Frieden, Demokratie und Verständigung.
Leben Kampf und Tod Ausstellung
Die Ausstellung „Leben, Kampf und Tod“ dokumentiert das Schicksal der jüdischen Bevölkerung im Warschauer Ghetto unter der Herrschaft des deutschen Faschismus. Sie zeigt nicht nur Hunger, Krankheit, Deportation und Massenmord, sondern auch den mutigen Widerstand gegen die geplante Vernichtung. Im Mittelpunkt stehen das zerstörte jüdische Leben in Warschau, die systematische Entmenschlichung durch die Besatzer und der Aufstand des Ghettos von 1943. So macht die Ausstellung deutlich, dass selbst unter den brutalsten Bedingungen Würde, Solidarität und Kampfbereitschaft nicht ausgelöscht werden konnten.
Weg durch die Nacht FDKB Bücherei
Weg durch die Nacht versammelt antifaschistische Erzählungen aus den Jahren der Verfolgung, Haft und Emigration. Die Sammlung zeigt nicht nur den Terror des Faschismus, sondern auch die Standhaftigkeit derer, die sich nicht beugen ließen. In unterschiedlichen literarischen Formen werden Anpassung, Unterdrückung, Gefängnis, Propaganda und Widerstand sichtbar. Gerade dadurch wird das Buch zu einem eindringlichen Zeugnis seiner Zeit. Es erinnert daran, dass der Faschismus nicht nur aus Gewalt, sondern auch aus bürgerlicher Feigheit und Mitläufertum hervorging, und dass ihm nur entschlossener antifaschistischer Widerstand entgegentreten konnte.
Hitler heute 1952
Mit Hitler heute. Politik und Propaganda der Faschisten in der Bundesrepublik greift Max Milan 1952 die restaurativen Klassenkräfte in Westdeutschland frontal an. Die Broschüre zeigt, dass mit der militärischen Niederlage des Hitlerfaschismus weder seine sozialen Träger noch seine Ideologen und Propagandisten verschwanden. Unter dem Schutz der Adenauer-Ordnung, des Antikommunismus und der westdeutschen Restauration traten alte Eliten erneut hervor. Zugleich spiegelt die Schrift den politischen Standpunkt des AKTION-Verlags, der im Umfeld der von Margarete Buber-Neumann herausgegebenen Aktion. Monatszeitschrift stand und einem antikommunistischen, antistalinistischen und antitotalitären Nachkriegsmilieu zuzurechnen ist. Der Text richtet sich gegen die Verharmlosung des Nazismus, gegen die politische Wiederverwertung faschistischer Kräfte und gegen die reaktionäre Legende, Hitler habe Europa verteidigt. So wird die Schrift zu einer scharfen Abrechnung mit Faschismus, Kapitalherrschaft und revanchistischer Propaganda.
Aiz 1931
Diese Ausgabe der A-I-Z aus dem Jahr 1931 ist ein scharfes Zeitdokument der Endkrise der Weimarer Republik. Sie verbindet Reportage, Fotomontage, Erzählung und Agitation zu einem politischen Gesamtbild von Faschisierung, Massenarmut und Klassenkampf. Behandelt werden unter anderem Nazi-Terror auf Fehmarn, die Verelendung der Bauern, Kinderarmut, Wohnungsnot, die Krise der SPD sowie internationale Solidarität und Berichte aus der Sowjetunion. Das Heft zeigt die kapitalistische Ordnung als System von Gewalt, Elend und Lüge und stellt ihr proletarischen Widerstand, Aufklärung und organisierte Gegenmacht entgegen.