Antifa Broschüren
Bücherverbrennung
Die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 war kein symbolischer Exzeß am Rand der Geschichte, sondern ein organisierter Auftakt zur faschistischen Zerstörung des kritischen Denkens. Verbrannt wurden nicht nur Bücher, sondern die Stimmen von Humanisten, Sozialisten, Pazifisten und jüdischen Autoren, deren Werke der Nazi-Herrschaft im Weg standen. Der Angriff auf die Literatur war Teil der Gleichschaltung von Universität, Bibliothek und Öffentlichkeit. Wer an die Flammen von 1933 erinnert, erinnert an den Versuch, Geist, Wahrheit und Widerstand auszulöschen – und an die Pflicht, jeder neuen Barbarei entgegenzutreten.
Deutsche widervereinigung
Die deutsche Wiedervereinigung wurde 1990 weithin als nationale Vollendung gefeiert. Die vorliegende Dokumentation hält dagegen die Stimmen jener fest, die unter deutschem Faschismus gelitten, ihn bekämpft und überlebt haben. Ihre Beiträge machen deutlich, daß die Vereinigung für viele nicht Hoffnung, sondern Sorge bedeutete: Sorge vor Geschichtsverdrängung, vor neuem Nationalismus und vor einem politischen Schlußstrich unter Auschwitz. Gerade darin liegt die besondere Bedeutung dieses Textes. Er erinnert daran, daß die deutsche Frage niemals losgelöst von der Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus verstanden werden darf.
Frontkämpfer
Diese Broschüre dokumentiert nicht nur die Geschichte des Roten Frontkämpferbundes, sondern zeigt auch, wie die revolutionäre Arbeiterbewegung in Deutschland dem Terror von Militarismus, Reaktion und Faschismus organisiert entgegentrat. Der RFB war Ausdruck proletarischer Selbstbehauptung, Schutzorganisation und Kampfinstrument in einer Zeit verschärfter Klassenauseinandersetzungen. Zugleich macht der Text sichtbar, wie die DDR diese Tradition politisch deutete und für ihre sozialistische Wehrerziehung nutzte. Gerade darin liegt sein Quellenwert: als Zeugnis antifaschistischen Kampfes und als Dokument staatlicher Geschichtspolitik.
Kein Anspruch auf Legalität
Mit „Kein Anspruch auf Legalität“ legt die VVN-BdA eine kämpferische Materialsammlung vor, die sich der Verharmlosung und Duldung neofaschistischer Organisationen entgegenstellt. Die Broschüre zeigt anhand von kommunalen Beschlüssen, Gerichtsentscheidungen, internationalen Dokumenten und historischen Rechtsgrundlagen, daß Neonazismus kein normales Meinungsspektrum darstellt, sondern an die verbrecherische Tradition des Faschismus anknüpft. Damit wird deutlich: Antifaschismus darf nicht bei Empörung stehenbleiben, sondern muß politische, juristische und praktische Konsequenzen gegen rechte Organisierung durchsetzen.
Mißbrauch wirtschaftlicher Macht
Die Broschüre Mißbrauch wirtschaftlicher Macht untersucht den Zusammenhang von Großkapital, Faschismus und der politischen Entwicklung in der Bundesrepublik. Sie zeigt, wie führende Konzerne und Banken nicht nur von Aufrüstung, Krieg und Zwangsarbeit profitierten, sondern auch nach 1945 rasch wieder Einfluß auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gewannen. Zugleich macht der Text deutlich, daß antifaschistische Politik ohne den Kampf gegen Monopolmacht, Antikommunismus und soziale Reaktion unvollständig bleibt. Damit ist die Schrift nicht nur historische Analyse, sondern auch politische Warnung.
40 Jahre BRD
Mit dem Rundbrief Extra 1989 legt die VVN-BdA keine staatstragende Jubiläumsschrift, sondern eine kämpferische Gegengeschichte zur offiziellen Selbstfeier der Bundesrepublik vor. Das Heft zeigt, daß die Geschichte der BRD nicht nur aus Demokratie und Wohlstand bestand, sondern ebenso aus Restauration, Antikommunismus, Remilitarisierung und der Verdrängung faschistischer Kontinuitäten. Zugleich erinnert es daran, daß Antifaschismus, Friedenskampf und demokratischer Widerstand zu jeder Phase dieser Geschichte gehörten. Gerade darin liegt die politische Schärfe und bleibende Aktualität dieser Darstellung.