Philipp Müller war 21 Jahre alt, als er am 11. Mai 1952 in Essen bei einer Demonstration gegen die westdeutsche Wiederbewaffnung von der Polizei erschossen wurde. Der junge Arbeiter, Kommunist und FDJler hinterließ seine Frau Ortrud und ihren Sohn Achim. Sein Tod steht für die staatliche Gewalt, auf die der Widerstand gegen die erneute Militarisierung Westdeutschlands traf. Sein Kampf galt einer Zukunft, in der die arbeitenden Menschen ohne Ausbeutung und Krieg leben können.
Die 1962 vom Zentralrat der FDJ herausgegebene Broschüre bewahrt die Erinnerung an sein Leben und seinen Kampf. Persönliche Erinnerungen, Augenzeugenberichte, Gedichte und Lieder verbinden die Trauer um Philipp Müller mit der sozialistischen Perspektive der Arbeiterbewegung. Geprägt von den Auseinandersetzungen des Kalten Krieges, fordert sie dazu heraus, nach den gesellschaftlichen Ursachen von Militarismus und Krieg zu fragen: nach kapitalistischer Konkurrenz, dem Kampf um Absatzmärkte und Einflussgebiete sowie der staatlichen Durchsetzung wirtschaftlicher Machtinteressen.
In den Erinnerungen seiner Frau wird deutlich, wie konkret Philipp Müller Solidarität verstand. Sein Einsatz für junge Arbeitskollegen und gegen drohende Arbeitslosigkeit gehörte zu demselben Kampf wie sein Widerstand gegen die Wiederbewaffnung. Klassenpolitik begann für ihn im Betrieb und reichte bis zur Auseinandersetzung um die gesellschaftliche Zukunft.
Philipp Müllers zu gedenken heißt, diesen Zusammenhang ernst zu nehmen. Konsequenter Antimilitarismus richtet sich gegen die ökonomischen Grundlagen des Krieges und verbindet sich mit dem Kampf um die politische Macht der arbeitenden Klasse. Sein Andenken verpflichtet zur internationalen Solidarität und zum Eintreten für eine sozialistische Gesellschaft, in der Produktion und gesellschaftlicher Reichtum gemeinsam gestaltet werden und der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen.

Die Broschüre wurde Restauriert mehr Seiten habe ich nicht
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