August 2026

44 Prozent für die falsche Revolte
44 Prozent für die AfD in Sachsen-Anhalt markieren keinen Betriebsunfall. Das Ergebnis ist Ausdruck einer tiefen sozialen und politischen Krise, deren Wurzeln in der Deindustrialisierung Ostdeutschlands, Lohnungleichheit, dem Rückzug öffentlicher Infrastruktur und dem Versagen der etablierten Parteien liegen. Die AfD greift diese Erfahrungen auf, lenkt die Wut jedoch gegen Migranten, Erwerbslose und Minderheiten, während sie Eigentum und Macht des Kapitals unangetastet lässt. Der Artikel untersucht diese falsche Revolte und zeigt, warum Brandmauern allein nicht genügen: Gegen die autoritäre Rechte braucht es soziale Sicherheit, gleiche Rechte und organisierte Gegenmacht der Beschäftigten.
September 06, 2026
Wenn der Sport für den Krieg marschiert
Sport erscheint gern als scheinbar neutrale Sphäre jenseits von Politik und Krieg. Doch historisch ist er eng mit den Herrschaftsverhältnissen der jeweiligen Gesellschaftsordnung verflochten. Körperliche Leistung wurde immer wieder in den Dienst von Militarisierung, nationaler Disziplinierung, imperialer Konkurrenz und ideologischer Stabilisierung gestellt – von der Wehrertüchtigung über Berlin 1936 bis zum heutigen Militär- und Hochleistungssport im globalen Kapitalismus. Zugleich zeigt sich: Sport ist kein einheitliches Herrschaftsinstrument, sondern auch ein umkämpftes Feld, das von antifaschistischen, antikolonialen und emanzipatorischen Bewegungen gegen seine Vereinnahmung genutzt wurde. Entscheidend ist daher nicht die Illusion seiner Neutralität, sondern die Klassenfrage: Wer kontrolliert die Institutionen des Sports, wessen Interessen werden durch ihn organisiert – und wer trägt die materiellen und politischen Kosten seiner Funktion im System der Macht?
August 18, 2026
Wahlen im Schatten der Aufrüstung
Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist mehr als ein regionales Kräftemessen. In ihr verdichten sich soziale Unsicherheit, die politische Entfremdung im Osten und der Aufstieg einer Rechten, die sich als Friedenskraft inszeniert, zugleich aber Aufrüstung und deutschen Großmachtanspruch unterstützt. Der Artikel zeigt, weshalb weder die etablierten Parteien noch die AfD mit Militarisierung und Kapitalherrschaft brechen. Er legt die Interessen hinter Rüstungsprofiten, Staatsmacht und imperialistischer Konkurrenz frei und fragt nach einer Alternative, die nicht zwischen zwei Formen des Militarismus wählt, sondern Frieden, soziale Gleichheit und die Macht der arbeitenden Bevölkerung ins Zentrum stellt.
September 02, 2026
Von der GESTAPO zum bundesdeutschen Geheimdienst
Die Geschichte der bundesdeutschen Geheimdienste ist nur im Zusammenhang mit den materiellen Klassenverhältnissen, den Machtinteressen des Kapitals und den personellen wie institutionellen Kontinuitäten des alten Staatsapparates nach 1945 zu begreifen. Die formale Trennung von Nachrichtendienst und Polizei sollte nach dem Zusammenbruch des Faschismus verhindern, dass erneut ein konzentrierter Repressionsapparat aus geheimer Überwachung und direkter Zwangsgewalt entsteht. In der Realität jedoch wurden alte Kader aus Wehrmacht, Gestapo und SS im Kontext des antikommunistischen Klassenkampfes des Kalten Krieges wieder in neue Strukturen integriert und funktional verwertet. Die ideologische Frontstellung gegen die Arbeiterbewegung und sozialistische Kräfte bildete dabei die materielle Klammer für Kontinuität statt Bruch. Immer neue Befugniserweiterungen zeigen, dass der bürgerliche Staat seine Repressionsapparate nicht abbaut, sondern entsprechend der Anforderungen imperialistischer Konkurrenz und innerer Stabilisierung ausbaut. Die geplante Reform des Nachrichtendienstrechts verschärft diese Entwicklung weiter und macht deutlich, dass der Staat dort seine Macht konzentriert, wo demokratische Kontrolle strukturell am schwächsten ist und wo die Interessen der herrschenden Klasse am unmittelbarsten abgesichert werden sollen.
August 21, 2026
Wie Gorbatschow unsere Zukunft verzockt hat
Der August 1991 markierte den entscheidenden Bruch in der Geschichte der Sowjetunion. Der gescheiterte Versuch des Staatlichen Komitees für den Ausnahmezustand, den Zerfall der Union aufzuhalten, zeigte nicht nur die politische Lähmung der alten Parteibürokratie, sondern vor allem den offenen Zerfall ihrer historischen Klassenbasis. Aus der Krise der zentralen Staatsmacht traten neue Fraktionen der Bürokratie hervor, die den Übergang zur kapitalistischen Restauration vorbereiteten. Während Gorbatschow weiter an Einfluss verlor, nutzte Jelzin die Situation, um im Interesse der entstehenden russischen Kapitalfraktionen die Staatsmacht neu zu formieren und die Auflösung der Union voranzutreiben. Hinter dem dramatischen Machtkampf stand damit die entscheidende Frage der Epoche: Welche Teile der herrschenden Schicht würden die Enteignung der Arbeiterklasse vollenden, sich das gesellschaftliche Eigentum aneignen und die Kosten der kapitalistischen Umwälzung auf die arbeitende Bevölkerung abwälzen?
August 20, 2026
Zum 82. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann
Am 18. August 1944 wurde Ernst Thälmann im Konzentrationslager Buchenwald von der SS ermordet. Mehr als elf Jahre hatte der NS-Staat den Vorsitzenden der KPD eingesperrt, isoliert und misshandelt, bevor der Mordbefehl aus der Spitze des Regimes vollstreckt wurde. Sein Tod steht für die brutale Vernichtung politischer Gegner durch den Faschismus, doch auch für die Geschichte einer gespaltenen Arbeiterbewegung. Der Artikel zeichnet Thälmanns Weg vom Hamburger Arbeiter zum kommunistischen Parteiführer nach, beleuchtet seine politischen Widersprüche und fragt, was sein Vermächtnis heute für antifaschistische Erinnerung und gesellschaftliche Auseinandersetzung bedeutet.
August 18, 2026
65 Jahre antifaschistischer Schutzwall
65 Jahre nach dem 13. August 1961 ist der Streit um die Berliner Grenzsicherung nicht beendet. Während die offizielle Erinnerungspolitik vor allem von „Mauerbau“, Teilung und Repression spricht, geraten die internationale Kriegsgefahr, die Systemkonfrontation und die Existenzbedingungen der DDR häufig aus dem Blick. Dieser Artikel ordnet die Ereignisse in ihren historischen Zusammenhang ein: zwischen westlicher Einflussnahme, wirtschaftlichem Aderlass, antifaschistischem Selbstverständnis und sozialistischer Staatsräson. Zugleich fragt er, was die damalige Friedensfrage angesichts neuer Aufrüstung und wachsender Großmachtkonflikte heute bedeutet.
August 16, 2026
Vor 155 Jahren wurde Karl Liebknecht geboren
Karl Liebknecht wurde am 13. August 1871 in Leipzig geboren. 155 Jahre später erinnert sein Leben an eine politische Haltung, die sich gegen Militarismus, Krieg und die Unterordnung der Arbeiterbewegung unter staatliche und wirtschaftliche Machtinteressen richtete. Sein Nein zu den Kriegskrediten vom 2. Dezember 1914 machte ihn zum Symbol des Widerstands gegen den Ersten Weltkrieg. Der folgende Artikel zeichnet seinen Weg vom sozialistisch geprägten Elternhaus über den Kampf gegen Militarismus bis zu Revolution, Verfolgung und Ermordung nach – und fragt nach der Bedeutung seines Vermächtnisses für die Gegenwart.
August 14, 2026
Vor 70 Jahren wirde die KPD verboten
Siebzig Jahre nach dem Verbot der KPD lohnt der genaue Blick auf ein Urteil, das mehr war als eine juristische Entscheidung. In Karlsruhe wurde 1956 nicht nur eine Partei verboten, sondern der Versuch unternommen, eine kommunistische Alternative zur westdeutschen Ordnung aus dem legalen politischen Raum zu drängen. Das Verfahren stand im Zeichen von Antikommunismus, Wiederbewaffnung und Kaltem Krieg. Wer seine Geschichte betrachtet, erkennt, wie eng demokratische Form und Klassenherrschaft in der frühen Bundesrepublik miteinander verbunden waren.
July 07, 2026
Ist Trumps Amerika faschistisch?
Donald Trumps Rückkehr ins Zentrum der US-Macht ist mehr als der Erfolg eines einzelnen Politikers. Sie bündelt soziale Verunsicherung, aggressiven Nationalismus, Milliardärsinteressen und den autoritären Umbau staatlicher Institutionen. Der folgende Artikel untersucht, ob darin bereits eine eigenständige amerikanische Form des Faschismus sichtbar wird. Im Mittelpunkt stehen nicht historische Äußerlichkeiten, sondern Klassenmacht, Konzernherrschaft, Rassismus, Militarismus und die Schwächung demokratischer Rechte. Zugleich geht es um die Frage, welche gesellschaftlichen Kräfte dieser Entwicklung entgegentreten können.
August 06, 2026
Wohin gehst du, Deutschland?
Deutschland steht an einem politischen Wendepunkt. Der Rechtsruck ist real, doch er lässt sich nicht begreifen, wenn jede autoritäre Verschärfung vorschnell mit dem Faschismus gleichgesetzt wird. Der folgende Artikel untersucht, wie sich demokratische Institutionen unter dem Druck wirtschaftlicher Krisen, wachsender Machtkonzentration, Militarisierung und sozialer Unsicherheit von innen verändern. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich ein autoritärer Kapitalismus herausbildet, der Parlamente und Wahlen formal erhält, ihre gesellschaftliche Substanz jedoch zunehmend aushöhlt – und welche politische Gegenwehr notwendig ist.
August 01, 2026
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